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In Deutschland leben rund 25 Millionen Menschen mit eigener oder familiärer Migrationsgeschichte. Die Geschichte der Einwanderung ist damit keine Randperspektive, sondern ein zentraler Bestandteil der deutschen Gegenwart. Ein bundesweites Museum der Migration ist überfällig: Es schafft einen Ort, an dem diese Realität sichtbar wird, gesellschaftlich eingeordnet und gemeinsam verstanden werden kann.

Mit dem geplanten Museum SELMA sollte genau ein solcher Ort entstehen. Grundlage ist die einzigartige Sammlung des DOMiD e.V., die größte ihrer Art in Deutschland. Das Museum hätte das Potenzial, bundesweit Maßstäbe zu setzen – als kulturelles Gedächtnis der Einwanderungsgesellschaft, als Bildungsort und als Raum für gesellschaftlichen Dialog in einer Zeit wachsender Polarisierung.

Seit über zehn Jahren wird der Standort in den ehemaligen Industriehallen in Köln-Kalk entwickelt. Der preisgekrönte Entwurf (German Design Award 2026) steht für ein Projekt von nationaler und internationaler  Strahlkraft. Dennoch droht das Vorhaben zu scheitern: Aufgrund gestiegener Baukosten fehlen rund 33 Millionen Euro. Statt eines eigenständigen Museums soll SELMA nun stark verkleinert und in die Innenstadt verlagert werden.

Diese Lösung würde die bundesweite Bedeutung des Projekts massiv schmälern. Ein Museum, das die Geschichte der Migration in Deutschland umfassend erzählen soll, braucht Raum, Sichtbarkeit
und Eigenständigkeit.
Zugleich ist der Standort Köln-Kalk von besonderer Bedeutung: Hier verbindet sich die Geschichte von Industrie und Migration auf authentische Weise. Das Museum wäre nicht nur ein kulturelles
Leuchtturmprojekt für ganz Deutschland, sondern auch ein entscheidender Impuls für die Entwicklung des Stadtteils.
Ein Museum von dieser gesellschaftlichen und nationalen Bedeutung darf nicht an vergleichsweise geringen Mehrkosten scheitern. Sein Gelingen ist eine Investition in das Selbstverständnis eines Einwanderungslandes und eine Infrastrukturmaßnahme für den Stadtteil.

„Fast jeder dritte Mensch in Deutschland hat eine eigene oder familiäre Migrationsgeschichte. Wer dennoch meint, ein bundesweites Museum zur Einwanderung sei nur ein Randthema oder
könne als kleines Nebenprojekt irgendwo untergebracht werden, verkennt die gesellschaftliche Realität dieses Landes grundlegend“, sagt Şöhret Gök Landesgeschäftsführerin des Verbandes in NRW.

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Offener Brief: Migrationsmuseum in angemessenen Räumen sichern, als PDF