Lachende Mädchen

Aktuelles

Pressemitteilung: Ankerzentren gefährden Kinder und Familien

Der Verband binationaler Familien und Partnerschaften fordert zusammen mit 23 anderen Verbänden und zivilgesellschaftlichen Organisationen in einem gemeinsamen offenen Brief, das Wohl von (Flüchtlings-)Kindern in der Debatte um die geplanten Ankerzentren zu sichern.

45 Prozent der 2017 nach Deutschland gekommenen Geflüchteten waren Kinder und Jugendliche. Ihre Rechte müssen in allen Verfahren berücksichtigt werden. Dazu gehören zum Beispiel der Besuch von Schulen und Kindergärten und eine Umgebung, in der Kinder sicher und gesund aufwachsen können.

„Dies ist jedoch oft nicht der Fall“, betont Hiltrud Stöcker-Zafari, Bundesgeschäftsführerin des Verbandes. „Selbst in den von Bundesinnenminister Seehofer so gelobten bayerischen Transitzentren gibt es nur begrenzte ärztliche Versorgung, begrenzten Zugang zu Kita und Schule, keine Privatsphäre und Rückzugsraum für Familien. Darüber hinaus müssen Kinder oft gewaltvolle Szenarien erleben, wenn Menschen abgeschoben werden. Das ängstigt und belastet Kinder und Familien massiv.“

Ankerzentren werden nach den bisherigen Plänen keine geeigneten Orte für Familien und ihre Kinder sein. Auch die geplante Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Ankerzentren gemeinsam mit Erwachsenen widerspricht dem Vorrang der Kinder- und Jugendhilfe und darf so nicht Realität werden.

Ihr Kontakt für Rückfragen und weitere Informationen:
Hiltrud Stöcker-Zafari
Bundesgeschäftsführerin
Tel.: 069 / 713756 -12
stoecker-zafari@verband-binationaler.de

Ein Plädoyer für Menschenwürde und Achtung

Offener Brief

An die Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU, SPD, FDP, Bündnis90/Die Grünen, Die Linke und ihre innen- und familienpolitischen Sprecher*innen

Ein Plädoyer für Menschenwürde und Achtung

Wie im Koalitionsvertrag 2018 angekündigt, will nun das Bundesinnenministerium die verhandelte Neuregelung des Familiennachzugs für subsidiär geschützte Flüchtlinge auf den Weg bringen.
Die Bundesregierung legt aktuell einen Gesetzentwurf vor, das Familiennachzugs-neuregelungsgesetz, das u.a. vorsieht, Bezieher*innen von Sozialleistungen vom Familiennachzug quasi auszuschließen.

Das bedeutet: der vorliegende Ressortentwurf geht sehr viel weiter als die Große Koalition miteinander vereinbart hatte, denn die Themen Lebensunterhalt oder Wohnraumnachweis fanden im Koalitionsvertrag keinen Eingang.

…und

Das bedeutet: Menschen, die in der Regel mit den letzten Mitteln nach Deutschland gelangt sind und hier zunächst überhaupt nicht arbeiten können, werden auch noch mit Familienentzug bestraft.

Eine solche Regelung überhaupt anzudenken, macht sprachlos…

Wir reden hier von Menschen, die Krieg, Tod, Leid, Verfolgung erlebt haben, die als
„international Schutzberechtigte“ gelten – und nun ihre Kernfamilie nicht nachholen dürfen, weil Bürokraten mit Zahlen jonglieren und die so genannte Obergrenze senken wollen. Das ist politisch nicht verantwortlich, das ist populistisch und menschenverachtend.

Wir appellieren an alle politisch Verantwortlichen, über dieses Ausschlusskriterium weder ernsthaft nachzudenken noch in einen Kriterienkatalog aufzunehmen.

Allein die weitere Aussetzung des Familiennachzugs bis 31. Juli 2018 für subsidiär Geschützte und dann noch die Begrenzung von 1000 Nachzüglern/Monat ist schwer zu ertragen, jetzt noch Armut gegen weniger Armut auszuspielen, ist einer sich selbst als christliches Land bezeichnete Nation nicht würdig.

Der Bundesvorstand
Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V.

Gegen den Hass im Kopf!

Pressemitteilung

  1. März 2018

Gegen den Hass im Kopf!

Zum „Internationalen Tag für die Beseitigung der Rassendiskriminierung“ macht der Verband binationaler Familien deutlich, dass ein erfolgreiches und friedliches Zusammenleben in Vielfalt sehr wohl möglich ist.

„Wir hören erschreckenderweise vermehrt von unseren Mitgliedern, dass ihre Kinder und sie selbst seit 2015 verstärkt rassistisch angegangen werden. Das im Jahr 2018 sagen zu müssen, ist ein Alarmsignal und eine deutliche Verschiebung zu Hass und Ausgrenzung in Deutschland“, merkt Hiltrud Stöcker-Zafari, Bundesgeschäftsführerin des Verbandes, an.

„Wir leben in unseren Familien und Partnerschaften mit unterschiedlichen Religionen, Hautfarben, Sprachen etc. und es klappt – weil wir ein ehrliches Interesse aneinander haben“, so Stöcker-Zafari. „Da muss man aushandeln, sich verständigen, den anderen verstehen und einen gemeinsamen Weg des Zusammenlebens finden!“, fasst sie zusammen.

Das läuft nicht immer reibungslos ab, aber die Ergebnisse geben den binationalen Familien Recht. Dieses Interesse an einer gemeinsamen, starken, zukunftsfähigen Gesellschaft braucht dieses Land.

„Wir brauchen praktische, zeitnahe und für alle transparente Lösungen für die komplexen Herausforderungen beispielsweise am Wohnungs- und Arbeitsmarkt, im Bildungsbereich oder in Bezug auf die Rente“, so Sidonie Fernau, Bundesvorstandsvorsitzende des Verbandes, damit Vielfalt nicht als Angstschürer missbraucht werden kann.

Das Plädoyer des Verbandes ist dementsprechend klar: dieses Land hat gelernt,  Vielfalt als etwas Bereicherndes zu sehen und für Menschenrechte und Demokratie einzutreten. Wer diese Werte und ein vielfältiges Zusammenleben bekämpft, schwächt dieses Land und wird es klein, rückständig und hasserfüllt zurücklassen.

Ihr Kontakt für Rückfragen und weitere Informationen:
Hiltrud Stöcker-Zafari, Bundesgeschäftsführerin
Tel.: 069 / 713756 -12, Mail: stoecker-zafari@verband-binationaler.de

Der binationale Blick auf die GroKo 2018

Die Koalitionsverhandlungen sind beendet, Ministerien verteilt und Entscheidungen getroffen. Der Verband binationaler Familien zieht ein erstes Resümee aus Sicht einer vielfältigen Gesellschaft.

CDU/CSU und SPD betiteln ihren Koalitionsvertrag unter anderem als einen „neuen Zusammenhalt für unser Land“. Die bange Frage ist, was bedeutet dabei „neu“? „Aus Sicht der Familien wurde einiges berücksichtigt, das Familienleben stärkt“, fasst Hiltrud Stöcker-Zafari, Bundesgeschäftsführerin des Verbandes, zusammen. „Die Kinderrechte sollen gestärkt, Eltern entlastet, Schulen modernisiert, die Digitalisierung bewusst gestaltet werden – alles gute Ansätze für ein zukunftsfähiges Land.“

Die Frage bleibt jedoch, ob die GroKo (Große Koalition) auch die zum Teil spezifischen Herausforderungen von Familien und Menschen mit einer sogenannten Migrationsgeschichte in Deutschland wirklich in den Blick nimmt? Der Familiennachzug subsidiär Geschützter wurde erneut ausgesetzt und eine Obergrenze für Geflüchtete ist vorgesehen – somit Maßnahmen, die familienfeindlich wirken.

Das Innenministerium und der/die Staatsminister*in für Integration sind zwei wichtige Bereiche für die Gestaltung der Einwanderungsgesellschaft. Nur hierin liegt die Chance, die gesellschaftliche Teilhabe für alle Familien und Menschen in Deutschland zu ermöglichen. Irritiert sind wir daher sehr über den neuen Zuschnitt des Ministeriums, das zukünftig einen Bereich Heimat hinzubekommt. Heimat für wen? Was soll in diesem Namen geschehen? Die Assoziationen mit diesem Begriff lassen eher Vergangenes und Überholtes aufleben, wo ist das „neue“, was versprochen wird? Wir erwarten und fordern vielmehr, Populismus und Rassismus in all seinen Formen entschieden entgegen zu treten und Deutschland auch in der Sicherheitspolitik vielfältig, demokratisch und offen zu denken.

Der Verband erwartet von den Verantwortlichen in der Koalition, die vielfältige Gesellschaft und Familien als Chance und zu schützendes Gut zu verstehen und dem radikalisierenden Populismus und Separatismus den Kampf anzusagen.

Ihr Kontakt für Rückfragen und weitere Informationen:
Hiltrud Stöcker-Zafari, Bundesgeschäftsführerin
Tel. 069 71 37 56 12
stoecker-zafari@verband-binationaler.de

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