Gegenseitige Wertschätzung beginnt schon im Kinderzimmer. Dabei haben Kindermedien, angefangen von den Bilderbüchern für die Kleinen, über Geschichten und Märchen, über erste Lesebücher, bis hin zu Videoclips und interaktiven digitalen Kindermedien eine zentrale Bedeutung. Früh wird unterschieden und bewertet. Kinder können von Anfang an darin bestärkt werden, einander auf gleicher Ebene zu begegnen, gemeinsame Interessen zu entdecken und die Vielfalt der Menschen, ihre Fähigkeiten, Kenntnisse und Lebensformen als Bereicherung wahrzunehmen. Aber sie lernen schon früh zu unterscheiden, wem in dieser Gesellschaft welche Position zugewiesen wird, welche Schönheitsideale gelten, welche Sprachen einen hohen Stellenwert haben, welche ignoriert werden. Kinder übernehmen das Bewertungsgefüge und den Platz, der ihnen selbst, ihrer Familie und ihrer Lebenswelt dabei zugeordnet wird. Je nachdem, an welcher Stelle sie sich wiederfinden, fühlen sie sich mehr oder weniger anerkannt oder abgelehnt, dazugehörig oder ausgegrenzt. Vor allem Kinderbücher, allgemein Kindermedien prägen diese Bilder und Wahrnehmungen schon sehr früh. Auch verdeckte Botschaften wirken. Es geht dabei nicht nur um offensichtlich ausgrenzende, sondern vor allem um verdeckte Botschaften, die mit sozialen Bewertungen einhergehen. Unabhängig von der Geschichte sind es vor allem die Bilder, die wirken. Kinder registrieren genau, ob und wie sie in den Geschichten vorkommen und ob ihnen die Bücher eine Möglichkeit geben, sich mit den handelnden Figuren positiv zu identifizieren.

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