Pressemitteilung

Am 19. November findet bundesweit der 18. Vorlesetag unter dem diesjährigen Motto Freundschaft und Zusammenhalt statt. Der Aktionstag ist eine gemeinsame Initiative von DIE ZEIT, Stiftung Lesen und Deutsche Bahn Stiftung. Ziel des Tages: ein öffentliches Zeichen für die Bedeutung des Vorlesens. Aber ist er auch ein Zeichen für Vielstimmigkeit und Vielfalt beim Vorlesen?

Von den über 5000 angemeldeten Veranstaltungen befasst sich nur ein Bruchteil mit den Themen Vielfalt, Vielstimmigkeit, Mehrsprachigkeit oder ähnlichem. „Gerade bei den Veranstaltungen für Kinder ist das ein Armutszeugnis. Über 40 Prozent aller Familien mit Kindern unter 18 haben eine Migrationsgeschichte, in den Städten ist der Anteil noch wesentlich höher. Warum wird das nicht wahrgenommen?“ fragt sich Maria Ringler, Bildungsreferentin und Expertin für Mehrsprachigkeit beim Verband binationaler Familien und Partnerschaften. Ein Vorlesetag unter diesem Motto sollte Vielfalt wirklich wahrnehmen und wertschätzen.

„Die Kinder bringen ihre Familiengeschichten und -sprachen in Kita oder Schule mit. Sie nehmen ihre Unterschiede wahr und gleichzeitig entdecken sie ihre Gemeinsamkeiten, beim miteinander Spielen und Austauschen ihrer Geschichten. Das verbindet. Diese gemeinsamen Erfahrungen lassen Zusammenhalt erleben. Und fördern Solidarität und Freundschaft“, so Ringler.

In den letzten Jahren werden zunehmend Kinderbücher auch für den deutschen Markt in die verschiedensten Sprachen übersetzt. In Corona-Zeiten gab es einen regelrechten Boom im Internet. „Das ist sehr lobenswert, aber Vielfalt und Mehrsprachigkeit ist mehr als einfache Übersetzung. In einer vielfältigen Gesellschaft braucht es auch vielfältige und vorurteilsfreie Kinderbücher zum Vorlesen – in allen Sprachen“, so Ringler.

Kontakt für Rückfragen und weitere Informationen:
Maria Ringler, Bundesgeschäftsstelle
Tel.: 069 713756-21
ringler@verband-binationaler.de

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